Gärten im Hochformat von der begrünten Fassade bis zum Etagenbeet

Die meisten unserer Städte sind dicht bevölkert, viele sogar übervölkert. Und das Drängen der Menschen in die Metropolregionen hält unvermindert an. Das hat Konsequenzen für das urbane Leben und Bauen. Wo kein Platz zum Ausbreiten gehts in die Höhe. Ob im Rahmen ambitionierter Architekturprojekte mit vertikalen Gärten an Hausfassaden oder beim «Urban-Gardening»der Bewohner auf Dachterrassen und Balkonen. Allen gemeinsam ist das Ziel, den Städten und ihren Bewohnern auf wenig Raum ein Stück Natur zurückzugeben.

Heute sollen gute Wohn- und Bürobauprojekte nachhaltig, effizient und ökologisch sein und zugleich ersetzen, was aus Platzmangel nicht durch Grünflächen und Parks abgedeckt werden kann. Neue Wohlfühlwelten mit Hilfe von Hausfassade, Dach, Balkonen und Terrassen zu schaffen, ist oft das Ziel: Lebensräume für Insekten und Vögel. Biotopverbundsysteme mit Einfluss auf das Mikroklima in den Räumen und auf den Balkonen, mit Pflanzen, die Lärm, Staub und Hitze mildern. Und wo immer möglich mit einem Raumangebot für das individuelle Leben in einem grünen Umfeld.

Vertical Gardening – Trend bei Architekten und Hobbygärtnern

Vertical Gardening ist ein moderner Ansatz urbaner Architekturgestaltung und zugleich hipper Hobbygärtnertrend. Immer geht es um Hauswände, Balkone, Terrassen und auch Innenräume. Selbst vor kleinen Vorgärten und Hinterhöfen macht die moderne Art der Gartengestaltung nicht halt. Sie ist angesagt, weil die Vertikale jede Menge Raum schafft für Pflanzen. Ganz gleich, ob ein Profi-Landschaftsarchitekt eine Gartenwelt im Hochformat kreiert oder Bewohner mit Kreativität und Lust auf DIY («Do It Yourself») die eigene kleine Blumenpracht oder das grüne Wand-Graffiti schafft. Hilfsmittel sind neben speziellen bewässerungsfähigen Begrünungssystemen und Pflanzengittern Pflanzmodule, Kunststofftaschen, Holzrahmen und Paletten.

Moderne Beschattungssysteme sind perfekte Ergänzungen im vertikalen Garten

Für Hochbau- und Landschaftsarchitekten ist das Vertical Gardening eine gestalterische wie bauliche Herausforderung. Hersteller wie STOBAG sind innovative Partner mit massgeschneiderten Angeboten für Sonnen-, Wetter- und Sichtschutz. Die sind angesagt, wenn der vertikale Garten beim Sonnenschutz an seine Grenzen gerät oder die vertikale Naturhecke als natürliche Abschottung nicht ausreicht. Ob moderne Kassettenmarkisen kombiniert mit einer Seitenbeschattung, über Balkonen oder Senkrechtmarkisen für die Fassadenbeschattung und perfekte Steuerung des Hausenergieverbrauchs – Architekten steht eine grosse Bandbreite an Lösungen zur Verfügung. Bei STOBAG sogar diverse, die berühmte Designpreise erhielten. Für die Fassadenbeschattung bietet STOBAG zum Beispiel Senkrechtmarkisen für praktisch jeden Anwendungsbereich. Dank ausgeklügelter und bewährter Technik sorgen diese Senkrechtmarkisen für ein optimales Raumklima und den gewünschten Sonnen- und Sichtschutz zugleich. Das geht bis zum Verdunkelungstuch für zuverlässige Raumabdunkelung. Natürlich gibt es auch tolle Produkte für begrünte Dächer und Terrassen. Schauen Sie doch mal.

Bosco Verticale, Milano Italy

Woher kommt eigentlich Vertical Gardening?

Das vertikale Gärtnern ist hipp, aber eine neuzeitliche Erfindung ist es eigentlich nicht. Wir alle kennen das geheimnisvolle siebte antike Weltwunder, die «Hängenden Gärten von Babylon». Diese ausgeklügelt bewässerten Hängegärten, die der Legende nach von der altorientalischen Königin Semiramis oder König Nebukadnezar II angelegt worden sein sollen, waren enorm hoch. Im Unterschied zum heutigen Trend waren sie aber einzeln terrassenförmig übereinander angelegte Grünflächen. Moderne Gartenkünstler wie der französische Botaniker Patrick Blanc nutzen ganz bewusst die Vertikale. Blanc liess sich bei seinen ersten Gärten von den feuchten Felswänden in den tropischen Regionen Südostasiens inspirieren. Der Bewuchs: Epiphyten, Pflanzen wie Orchideen und Bromelien, die ohne Humus wachsen, ihre Nahrung aus der Luft holen und sich von einem «Gastgeber» tragen lassen. Umgesetzt hat er seine zunächst verlachten Ideen inzwischen weltweit. In Europa begrünte er u.a. mitten in Brüssel die Fassade des Europäischen Parlaments mit einer Art Stein- und Felsengarten. Prinzipiell will Blanc übrigens in seinen Projekten mehr als Kletterpflanzen für die vertikale Begrünung einsetzen. Ihm geht es um eine differenzierte, bodenunabhängige Bepflanzung zur optischen Bereicherung und als Verbesserungsmassnahme für die Umwelt. Längst gibt es weitere berühmte Vertreter des Vertical Gardening sowohl für den Aussen- als auch den Innenbereich. Namhaftes Beispiel: der «Bosco Verticale» in Mailand vom Architekturbüro Boeri Studi. Boeri hat seinen vertikalen Wald an zwei 110 und 80 Meter hohen Türme realisiert. Die Türme waren Bestandteil einer räumlichen Entwicklung, bei der es um höchste Effizienz ging. Mit diesem Konzept gewann Stefano Boeri im Jahr 2014 den mit 50‘000 Euro dotierten internationalen Hochhauspreis.

Sie möchten es selbst angehen? Ein paar Tipps zum Vertical Gardening

Wir haben gesehen, Garten geht auch anders. Das klassische horizontale Gartendesign als Gartenbeet bekommt Konkurrenz. Sie möchten sich selbst mit dem platzsparenden Pflanzentrend für mehr Grün auf wenig Raum auseinandersetzen? Bedenkenswertes für erste Planungen.

  1. Ganz gleich, wie gross Ihr vertikaler Garten werden soll, machen Sie sich Gedanken über die Bewässerung. Wünschen Sie eine dauerhafte Wandlösung mit dekorativer Ganzjahresbepflanzung oder geht es zum Beispiel um einen saisonalen Gemüsegarten?
  2. Für dekorative Wandgärten im Innenbereich sollten Sie genügsame Pflanzen auswählen, die Zimmerwärme verkraften und zur Lichtsituation passen. Moose, Farne und Sukkulenten sind meist robust genug. Sie gedeihen gleichermassen in Erde, Hydrokultur oder Substrat. Geht es Ihnen um den praktischen Nutzen können Sie im Aussenbereich zum Beispiel Erdbeeren, Kräuter, Cocktailtomaten, Paprika und Chili in Pflanztaschen übereinander anpflanzen und so eine «naschbare» Wand gestalten. Es gibt praktische Starter-Sets.
  3. Gerade im Aussenbereich können Sie der Auswahl der Pflanzen aus dem Vollen schöpfen: Praktisch alles, was horizontal bei den Lichtbedingungen des jeweiligen Hofes, Gartens oder Balkons gut wachsen würde, kann man auch vertikal kultivieren. Am besten sind Flachwurzler. Je nach Höhe und Bereich sind Hängekörbe, Pflanzrahmen und verschiedene flexible Module im Handel erhältlich, zum Teil mit Bewässerungssystemen, wasserdichten Rückwänden, durchgehendem Erdraum und Tropftassen. Diese Komplettsysteme sind leicht zu bepflanzen und für Anfänger ideal.
  4. Unkonventioneller, preiswerter, aber oft auch aufwendiger ist die Anlage von Hochbeeten mit Europaletten und Teichfolie oder ausrangierten Plastikflaschen.
  5. Bedenken Sie: Grüne Elemente können nicht einfach an Gebäuden montiert werden. Die Wand muss das Gewicht tragen können. Hinterlüftungen wie Wärmedämmungen sind zu berücksichtigen ebenso wie die Ableitung von überschüssigem Wasser. Feuchtigkeit und Wurzeln sind vom Baukörper fernzuhalten, in keiner Weise darf die vertikale Begrünung die Konstruktion des Bauwerks beschädigen.

STOBAG wünscht Ihnen viel Spass beim Vertical Gardening!